26. August 2007

SEO ja - SMO ja - SPAM nein

Um dem eigenen Blog ein wenig Schub zu geben, macht es durchaus Sinn, die verschiedenen Möglichkeiten, die SEO (Search Engine Optimization) und SMO (Social Media Optimization) bieten, zu nutzen. Schliesslich sind das die direktesten Wege, neue Leser für die eigenen Werke zu gewinnen.

Problematisch wird das Ganze dann, wenn man mit der Optimierung über das Ziel hinausschießt und beginnt, die potentiellen neuen Leser zu belästigen und versucht, die Besucher mit »sanfter Gewalt« zum Lesen der eigenen Beiträge zu bringen. Niemand wird gerne bevormundet und niemand lässt sich gern vorschreiben, welche Blogs er zu lesen hat, und welche nicht.

Die meisten unter Euch werden selbstverständlich nicht zum Spammer werden wollen - leider sind die Grenzen zwischen SPAM uns SEO / SMO aber fliessend und nicht immer genau zu erkennen. In vielen Fällen ist es auch so, dass die Verlockung einfach zu groß wird, da man für eine gemäßigte Optimierung natürlich auf das kurzfristig mögliche Besuchermaximum verzichtet und die Optimierung sehr langfristig anlegen muss. Es sind also Disziplin und Ausdauer gefragt, die durchaus zwischenzeitlich auf eine harte Probe gestellt werden, wenn mal wieder kein Ergebnis offensichtlich ist.

Was aber tun, wenn man unter die SEOlogen gehen will - und vor allem: was nicht?

Sicherlich sinnvoll ist es, das eigene Blog dahingehend zu optimieren, dass es für Bots leicht zu indexieren ist - vor allem, wenn es auch dem Leser zugute kommt. Dabei macht kann man nicht wirklich viel Falsch machen und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

Kommentare

Schwieriger wird es, wenn sich die SEO-Bemühungen auf den Off-Page-Bereich konzentrieren. Natürlich möchte man zu Optimierungszwecken die Zahl der Backlinks zu den eigenen Werken erhöhen. Hier bietet es sich an, Links von anderen Blogs zu sammeln. Am einfachsten erreicht man das natürlich durch das Kommentieren anderer Beiträge.
Sollte man jetzt also einfach losziehen und wie ein Wilder jeden Blogbeitrag kommentieren und Links zu den eigenen Beiträgen setzen? Die Antwort lautet natürlich: auf gar keinen Fall!
Mit dieser Vorgehensweise erreicht man nämlich überhaupt nichts - außer, dass man dem Betreiber des anderen Blogs ziemlich auf die Nerven geht.
Vor dem Kommentieren anderer Beiträge sollte man sich also immer erstmal gründlich überlegen, ob man konstruktiv zur Diskussion beitragen kann. Ist dem nicht so, hält man es besser mit Dieter Nuhr1.

Trackbacks / Pingbacks

Ähnlich verhält es sich mit Trackbacks. Einige Blogger versenden massenweise Trackbacks, um ihren neuesten Artikel zu Promoten und ignorieren dabei völlig den eigentlichen Verwendungszweck.
Trackbacks dienen dazu, einen Bezug zwischen zwei Artikeln herzustellen, die sich thematisch ergänzen und bei denen derjenige Artikel, von dem der Trackback ausgeht, Bezug auf den Artikel nimmt, der »getrackbacked« wird.
Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass es allgemein als unhöflich empfunden wird, einen Trackback auf einen Artikel zu setzen, den man selber im eigenen Beitrag nicht verlinkt. Wenn man schon »auf einen Fremdbeitrag Bezug nimmt«, dann sollte man das dem Leser logischerweise auch mitteilen. Alles Andere ist Selbstbedienung und ziemlich unhöflich.
Was also tun? Die meisten aktuellen Blogsysteme2 unterstützen den automatisierten Versand von Trackbacks, sogenannte Pingbacks. Wordpress beispielsweise lässt sich so einstellen, dass bei der Veröffentlichung eines Artikels versucht wird, die im Artikel verlinkten Beiträge durch einen Ping zu benachrichtigen. Schaltet man diese Funktion ein, braucht man sich um das Eingabefeld für die Trackbackadressen nicht weiter kümmern - Wordpress verschickt die Pings automatisch und zwar nur an Beiträge, die man selbst auch verlinkt hat. Auf diese Weise gerät man nicht in Versuchung, es mit den Pings zu übertreiben3.

Emails

Schonmal eine Email mit einem Hinweis auf einen neuen Blogbeitrag erhalten? Oder eine Mail, in der Euch jemand um einen Link anbettelt? Ich schon. Fürchterlich. Das nervt. Das will keiner sehen. Also: gleich vergessen, diese Idee4.

Und was ist mit der Social-Media-Optimization?

Bei der SMO ist es ähnlich. Fast alles ist okay, solange man der Community nicht auf die Nerven geht. Klingt simpel - scheint es aber in der Realität nicht zu sein.
Im wirklich wahren Leben wird so ziemlich jeder Mist bei den diversen Social-News-Communities abgekippt, der einem unter die Finger kommt.
Der erste Tipp sollte also sein: sucht Euch die passende Social-News-Community aus. Das macht einfach viel mehr Sinn - und Euch viel weniger Arbeit. Versprochen.

Plugin verwenden - ja oder nein?

Für mich heißt hier die Antwort: Nein. Die Möglichkeiten, vorab den zu veröffentlichen Text zu bearbeiten fehlen und warum sich doppelte Arbeit machen, wenn man’s auf Anhieb richtig machen kann?

Titel optimieren

Trifft der Beitragstitel den Inhalt? Ist die Ausdrucksweise angemessen? Nicht? Dann wird geändert.

Texte optimieren

Die meisten User verwenden beim Einstellen von Artikeln in die Warteschlange einer Social-News-Community nichtssagende Texte oder einfach die ersten X Zeichen ihres Artikels. Das macht aus zweierlei Gründen relativ wenig Sinn.
Der erste Grund liegt zumeist im Inhalt des ersten Absatzes eines Beitrags. Blogger schreiben ihre Artikel zumeist deutlich anders, als klassische Medien das tun. In den klassischen Medien findet man am Anfang des Textes häufig eine kurze Zusammenfassung des Artikels, während viele Blogger direkt ins Thema einsteigen.
Der direkte Einstieg in ein Thema ist aber für die Kurzversionen der Beiträge oft ungeeignet, da der User nicht ausreichend über das informiert wird, was ihn erwartet. Natürlich wird der Eine oder Andere aus Neugier klicken - viele haben aber nicht die Zeit und die Lust, nachzusehen, was sich hinter jeder einzelnen Nachricht verbirgt. Daher: Text ordentlich und knackig zusammenfassen.

Der zweite Grund, die Beschreibung eines Artikels umzuformatieren, ist die Tatsache, dass man vermeiden möchte, dass der eigene Beitrag von den Suchmaschinen für ein Duplikat des Artikels auf dem Social-News-Portal gehalten wird.
Im Normalfall liegt ja zwischen der Veröffentlichung des Artikels auf dem eigenen Blog und der Veröffentlichung des Beitrags auf dem Social-News-Portal nur eine geringe Zeitspanne. Da das Portal im Vergleich zum eigenen Blog wesentlich häufiger von den Bots der Suchmaschinen gecrawlt (durchsucht) wird, wird der Beitrag dort mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst endeckt. Das kann unter Umständen5 dazu führen, dass Euer Beitrag sich in den SERPs6 hinter dem Artikel des Portals wiederfinden.

Stil oder Stillos?

Was als guter Stil angesehen wird und wie die eigenen Beiträge am besten aufgenommen wird, hängt wohl sehr stark von der Community ab. Die einen lesen lieber Nachrichten mit reißerischen Überschriften und einem Cliffhanger am Ende der Zusammenfassung - anderen7 geht das mächtig auf die Nerven. Hier hilft nur eins: die anderen Nachrichten beobachten und ausprobieren.

Was veröffentlichen?

Stellen sich schlussendlich noch die Fragen: Welche Beiträge soll ich veröffentlichen? Soll ich einfach alle Beiträge einstellen, oder lieber nicht?
Auch hier scheiden sich die Geister. Die einen meinen, dass auch hier das Motto »Viel hilft viel« gilt, die anderen8 halten es mit »Mit Maß macht viel mehr Spaß«.
Fragt Euch vor dem Veröffentlichen eines Beitrages auf dem Community-Portal Eurer Wahl einfach, ob die Nachricht, die Ihr einzustellen beabsichtigt, für die Community relevant / interessant ist - lautet Eure Antwort »Nein« wird die Nachricht einfach mal nicht veröffentlicht.
Bei der Beantwortung der Frage nach der Relevanz ist es natürlich sehr nützlich, wenn Ihr ehrlich zu Euch selbst seid. Nur weil Ihr es für spannend haltet, dass Ihr es beim Zubereiten Eurer letzten Mahlzeit geschafft habt, alles anbrennen zu lassen, muss das für den Rest der Welt nicht zwangsläufig genauso spannend sein.

Und sonst?

Sehr nützlich ist es übrigens immer, sich auch über das Einstellen eigener Beiträge hinaus am Community-Leben zu beteiligen. Hin und wieder mal eine spannende Nachricht, die Euch beim surfen über den Weg gelaufen ist, einzustellen, ist mit Sicherheit nicht zu viel verlangt. Auch die Teilnahme an Diskussionen zu aktuellen Themen sind immer gern gesehen und verschaffen Euch eine gewisse Akzeptanz in der Community - was schließlich auch Euren Beiträgen zugute kommt.

In aller Kürze

In der Zusammenfassung heißt das also: Viel hilft nicht immer viel, sondern ist in den meisten Fällen einfach zu viel des Guten. Wenn man sich an die meisten einfachen Regeln des freundlichen Umgangs miteinander hält, ist man schon auf der sicheren Seite. Fair geht auch bei der SEO / SMO vor.



  1. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten []
  2. Wahrscheinlich sogar alle - ich habe aber selber noch nicht alle ausprobiert, daher »die meisten Blogsysteme«. []
  3. Dieser Beitrag setzt beispielsweise bei der Veröffentlichung beim Software-Guide. Da gibt’s nämlich eine sehr anschauliche Erklärung, was ein Trackback ist. Und weil es die Erklärung gibt, brauche ich hier nicht zu erklären. Super. []
  4. Das nervt genauso, wie diese schrecklichen Büro-Humor-Verteiler… Ich will keine PowerPoint-Präsentationen geschickt bekommen. Und auch keine komischen Bilder. Bäh! []
  5. Wenn Euer Blog noch ziemlich jung oder einfach bisher noch ziemlich unbekannt ist []
  6. Search Engine Result Pages, das sind die Seiten mit den Suchergebnissen []
  7. Mir, zum Beispiel. []
  8. Ich, zum Beispiel []

11 Kommentare

1. Erik schrieb am 28. August 2007 um 09:19

Der Beitrag ist ausgezeichnet, warum hast Du ihn den Y!GGlingen vorenthalten? Bin nur neugierig. ;)

2. z-blogger schrieb am 28. August 2007 um 10:01

@Erik: YiGG war in den letzten Tagen etwas lahm - und so ausgeprägt ist mein Hang zum Masochismus nun doch nicht.
Da es heute aber schon besser ist, stelle ich den Beitrag nachher noch ein.

3. Erik schrieb am 28. August 2007 um 10:24

Ich wollte ihn eigentlich schon einstellen, aber ich habe mir gedacht, dass Du die gleichen Probleme mit Y!GG wie ich hast.

Andererseits, Dein Gesichtsausdruck, wenn Du beim Einstellen feststellst, dass es sich um eine Doublette handelt… :mrgreen:

4. z-blogger schrieb am 28. August 2007 um 15:16

So. Jetzt hab ich ihn bei YiGG eingestellt.
BTW: Hättest ihn ruhig einstellen können - ich hätte das schon früh genug gemerkt und mein Gesicht in dem Moment wäre Dir sowieso vorenthalten geblieben ;-)

5. gnokii schrieb am 28. August 2007 um 15:22

oje ob einer der SEOlogen jemals auf die Idee kommt das man mit Neologien wesentlich mehr Ergebnisse in Suchmaschinen bekommt? Das es vollkommen sinnfrei ist, solchen Zauber zu veranstalten? Was habe ich davon gefunden zu werden, wenn der Besucher was er gefunden hat nicht interessant findet, gegenteilig wird es sich auswirken, denn wenn der zwei-drei Mal so auf die Seite findet, klammert der die Seite nämlich in zukunft aus, wenn er sieht wo der link hinzeigt, reicht es ihm ihn nicht mehr zu folgen.

Schreibt frei von der Leber weg, dann produziert man einzigartiges, das ist SEO schlechthin

6. Baynado schrieb am 28. August 2007 um 15:56

Ein nett geschriebener Artikel zu meinem Lieblingsthema. grundsätzlich hat da gnokii schon recht. Am wichtigsten ist der unique relevant Content.

7. Antje schrieb am 28. August 2007 um 18:43

…ich kann der Versuchung nicht wiederstehen….

;-))

8. z-blogger schrieb am 28. August 2007 um 18:54

@Antje: Okay. Der nächste Artikel wird dann wohl vom nofollow-case-by-case-plugin handeln ;-)

9. Daniel W. schrieb am 28. August 2007 um 19:03

Klasse Beitrag.

Das sag ich jetzt nicht, um mal eben einen Kommentar abzukippen sondern weil es Spaß gemacht hat, den zu lesen. :)

Auf die SMO-Plugins verzichte ich inzwischen wieder ganz, weil ich festgestellt habe, dass ein hängender Server dann auch mein Blog hängen lässt. (Das mit dem Hamster hängt oft in letzter Zeit.)

Eines noch: Das Design von Deiner Seite gefällt mir gut.

10. z-blogger schrieb am 28. August 2007 um 19:19

@Daniel: Da fühl ich mich jetzt aber sehr gebauchpinselt vor lauter Lob.
Das Theme heisst übrigens SoSuechtig und wird bei sosuechtig.de zum Download angeboten (wo genau habe ich gerade nicht parat). Leider wird es aktuell da nicht mehr weiterentwickelt.
Wahrscheinlich werde ich in Bälde eine etwas aufgebohrte Version anbieten, die nicht nur xHTML-konform ist, sondern auch für eine ganze Menge Plugins vorbereitet ist. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik und wird noch ein Weilchen dauern.

11. oakley sunglasses cheap schrieb am 24. August 2011 um 08:00

http://www.oakleyssunglasscheap.com
llo, I truly enjoyed reading your post. I found your site from Bing. Will bookmark to return later. Thanks!