09. August 2007

Full Feeds? Short Feeds? Beides!

Nachdem in den letzten Tagen die Blogosphäre mal wieder darüber diskutiert, ob man seine Blogbeiträge denn nun in gekürzter Form als Short-Feed oder doch lieber vollständig als Full-Feed anbieten sollte, habe ich mir natürlich auch so meine Gedanken um das Thema gemacht.

Full oder Short? Jeder darf mal…

Die Argumente für und wider sind natürlich so vielfältig, wie es Blogger gibt, die sich zum Thema äußern. Der Eine ist von den Short-Feeds so genervt, dass er alle Short-Feeds aus dem Reader schmeisst, der Andere plädiert dafür die Artikel der visuellen Ästhetik wegen direkt im Blog zu lesen1.


Die Übersicht über (fast) alle Vor- und Nachteile der beiden Feed-Varianten behält Robert und kommt zu dem Schluss, das im Endeffekt jeder Blogger anhand der Gewohnheiten und Vorlieben seiner Leser selbst entscheiden muss, welche Version er anbietet.

Wenn jeder mal darf, dann darf ich auch…

Ich für meinen Teil sehe ein, dass jeder Blogleser so seine Vorlieben hat. Und ich sehe auch ein, dass Short-Feeds und Full-Feeds jeweils viele Vorteile für bestimmte Lesergruppen haben. Was ich nicht einsehe ist, dass ich mich hier für die eine oder andere Lesergruppe entscheiden soll. Und deshalb mache ich das auch nicht…

Entweder, oder? - Entweder und oder!

Warum soll man sich entscheiden, wenn man beides haben kann? Eben. Für z-blogger.de habe ich von vornherein geplant, die Feeds auf FeedBurner auszulagern, weil ich einfach ein Fan von detaillierten Statistiken bin und weil FeedBurner einen bunten Strauß Features mitbringt (auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe), die ich für fürchterlich nützlich halte.
Was hält mich also jetzt davon ab, meinen Feed einfach doppelt im FeedBurner anzulegen und die eine Variante unangetastet zu lassen (das ist dieser: Full-Feed) und die andere Version durch FeedBurner kürzen zu lassen (siehe hier: ShortFeed)? Warum soll ich mir noch länger darüber Gedanken machen, welche Leser ich vor den Kopf stoße, wenn ich dieses rüpelhafte Verhalten doch gleich lassen kann? Eben.

Mehr Wert? Mehrwert!

Es sieht im Augenblick also so aus, als könne man durch zwei Feeds nur gewinnen. Zum Einen vergrault man keine potentiellen Leser mehr, weil man sich einer der Feedleserfraktionen anschließt, zum Anderen kann man sich aus dem Angebot von Feedburner eine Menge praktische Funktionen herauspicken2. Was für mich als Statistikjunkie aber die absolute Krönung ist: ich habe eine bessere Übersicht darüber, ob ich mit meinem Blog auch Leser erreiche, die im Stillen mitlesen. Das ist gut für’s Ego ;-)

Statistik gefällig?

Natürlich habe ich mich heute auch direkt an die Statistiken gesetzt und mal geschaut ob sich nach einem Tag schon ein Unterschied in der Zahl der Abonnenten der beiden Feeds zeigt. Und das was ich gesehen habe, hat mich echt aus den Socken gehauen. Zum Ersten haben am gestrigen Tag - und das war der erste Tag nach dem Start von z-blogger - unglaubliche 30 Leser meine Feeds abonniert3, zum Zweiten geht aus der Verteilung der Leser auf die Feeds schon eine eindeutige Präferenz hervor: 30 (in Worten: dreißig!) zu NULL für die Full-Feeds! Ich habe ja mit allem gerechnet, aber damit nicht!


Natürlich ist mir klar, dass ein Tag der Überprüfung mir keine Aussagekräftige Statistik schafft, aber das Ergebnis ist doch schon sehr Überraschend. Über die Entwicklung werde ich Euch natürlich auf dem Laufenden halten und ab und an den Spielstand veröffentlichen.

Ich fasse mal zusammen…

Die Leute streiten sich über die Portionsgröße ihrer Feedration. Also wird das Angebot auf der Karte erweitert und neben den Sattmachern werden auch kleinere Portionen für den figurbewußten Konsumenten angeboten, aber am ersten Tag scheint keiner dem Braten zu trauen und alle bestellen die Schlachtplatte. Seltsame Welt. Der Koch ist irritiert und nimmt sich vor, noch ein paar Tage abzuwarten ;-)



  1. Um das hier nicht untergehen zu lassen: Der Beitragstitel »Vollfeeds sind Fastfood« ist wirklich hervorragend. Ich bin echt begeistert! []
  2. Wobei man auch hier vorsichtig sein sollte - es gibt nämlich durchaus Leute, denen das Funktionenfeuerwerk auf die Nerven geht. Also wie immer: Maß halten! ;-) []
  3. Kinder, Ihr seid der Hammer! []

6 Kommentare

1. Christoph schrieb am 09. August 2007 um 13:50

Endlich mal eine sinnvolle Idee. Ich hatte mich selbst schon gefragt warum das keiner macht. Allerdings würde ich lieber ein bisschen an Wordpress rumbasteln und für den langen Feed das more-Tag entfernen.

2. z-blogger schrieb am 09. August 2007 um 14:01

Hallo Christoph!

Um das more-Tag aus dem Feed herauszuhalten, kannst Du Dir einfach ein Plugin von Frank Helmschrott zulegen: den FH more killer.

Das sorgt dafür, dass das more-Tag im Feed ignoriert wird.

3. dslblogger schrieb am 09. August 2007 um 20:20

Glaube keiner Statistik, die du nich selbst gefälscht hast ;)

Ich würde mal behaupten, dass das Ergebnis von 30:0 auch ganz stark damit zusammenhängt, dass die schicke RSS-Grafik zu deinem FullFeed linkt und sich keiner wirklich die Mühe macht, den Text daneben und darunter zu lesen…

Wagst du die Gegenprobe? :)

4. z-blogger schrieb am 09. August 2007 um 23:25

@dslblogger: Sicher. Ich stelle in den nächsten Tagen einfach mal unangekündigt um. Und wenn das tatsächlich was damit zu tun hat, dann gibt’s verschiedene Buttons für die verschiedenen Feeds. Oder so.

5. Wordpress Tuning mit Plugins - Teil 1: Feeds, Redirects und Links schrieb am 14. August 2007 um 13:19

[…] ich ja vor Kurzem schon ausführlich darauf eingegangen bin, welchen Nutzen es hat, seinen Newsfeed in zwei verschiedenen Varianten1 anzubieten, bin ich heute […]

6. Blogs: Was ist besser, vollständige Beiträge auf der Startseite oder nur Auszüge? | TechNovelty schrieb am 22. August 2007 um 11:02

[…] den RSS-Feeds elegant dadurch gelöst, indem er zwei Varianten der Feeds anbietet (siehe Beitrag Full Feeds? Short Feeds? Beides!), was die Beiträge betrifft, sind bei ihm sowohl vollständige Beiträge als auch Auszüge auf der […]